Studio FeldmarkJournal · Nr. 14

Maß
64ch
Zeichen/Zeile
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Kurze Schlusszeilen
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text-wrap h1 · p
balance · pretty
Spanne
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Schrift
18px / 1.6

Werkstattbericht · Erscheinungsbild

Ein Blatt, eine Ecke und eine Kursive, die nach Widmung aussieht

Wie aus einem umgeknickten Seitenrand das Zeichen für eine Buchhandlung wurde, die seit 1987 Bücher verkauft und jetzt auch Kaffee.

Am Anfang stand ein Satz von Almut, der Inhaberin: Hier soll man ein Buch aufschlagen dürfen, bevor man es kauft. Kein Laden, in dem man nur kurz nach einem Titel fragt, sondern ein Ort mit Sesseln, langen Tischen und einer Espressomaschine direkt neben der Kasse. Für uns war damit klar, dass das Zeichen beides tragen muss, ohne nach Kompromiss auszusehen.

Die ersten Skizzen zeigten Bücherstapel, Tassen und Leselampen, sauber gezeichnet und völlig austauschbar. Erst als wir aufhörten, Gegenstände zu kombinieren, kam die Idee mit der einen umgeknickten Ecke. So markiert man eine Seite, zu der man zurückwill. Wer je ein Buch verliehen hat, versteht das Zeichen sofort.

Zeichen der Buchhandlung Eselsohr: ein Blatt mit umgeknickter rosa Ecke neben der Wortmarke in heller Kursive auf Anthrazit
Das fertige Zeichen in Kreide auf Anthrazit. Nur die umgeknickte Ecke ist rosa, sonst kommt die Farbe nirgends vor.

Für die Wortmarke haben wir eine schmale Kursive gewählt, die nach einer Widmung im Vorsatzblatt aussieht. Die Unterzeile steht in weit gesperrten Versalien darunter, eine kleine Verbeugung vor den Prägungen alter Buchrücken. Auf der Papiertüte, dem Stempel für die Kaffeekarte und dem großen Schaufenster funktioniert das gleiche Bild, nur in anderer Größe.

Seit dem Sommer hängt das Schild über der Tür. Almut erzählt, dass Stammgäste Lesezeichen aus Tütenresten falten, während an der Theke ihr Kaffee durchläuft. Mehr kann man sich von einem Zeichen kaum wünschen.