Ilse Brenner formt Körper, die sich kaum zu bewegen scheinen. Erst wer bleibt, merkt, dass sie es doch tun.
Für die Halle 2 hat die Bildhauerin aus Gotha zwölf Arbeiten der letzten fünf Jahre zusammengestellt, dazu drei neue Stücke, die eigens für diesen Raum entstanden sind. Gips, gebrannter Ton und Kalkstein aus dem Thüringer Becken: Brenner arbeitet mit Materialien, die Gewicht haben und Zeit speichern. Ihre Oberflächen tragen die Spuren der Hand, des Werkzeugs und des Trocknens.
Die Ausstellung fragt, wie viel Bewegung in etwas Ruhendem steckt. Manche Skulpturen hängen an Seilen und drehen sich mit der Luft im Raum, so langsam, dass man es nur am Schatten ablesen kann. Andere stehen auf dem Boden und verändern sich mit dem Licht der Oberlichter, je nach Tageszeit und Wetter.
Wer mag, setzt sich auf eine der Bänke und bleibt eine Viertelstunde. Dafür ist die Halle eingerichtet: wenige Werke, viel Abstand, keine Texte an den Wänden. Alles zu den einzelnen Arbeiten steht im Heft am Eingang, auch in Leichter Sprache und als Audioführung.
Diese Seite spielt mit derselben Idee. Der Text weicht der Form aus, die langsam durch ihn wandert. Ziehen Sie die Form an eine andere Stelle oder halten Sie die Bewegung an.