Lab · 07 Himmel der Welt

Lab · Experiment 07

Derselbe Himmel.
Zwölf Kulturen.

Wo die Griechen einen Jäger sahen, sahen die Māori ein Kanu und die Maya eine Schildkröte. Schalten Sie um – und aus denselben Sternen werden andere Figuren.

  1. Ziehen dreht den Himmel
  2. Oben wählen Sie die Kultur
  3. Antippen zeigt die Geschichte

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Gut zu wissen

Ein Himmel, viele Bilder

Die Sterne sind für alle Menschen dieselben – die Bilder darin nicht. Jede Kultur hat Punkte zu Figuren verbunden, die in ihrer Welt Sinn ergaben: Jäger und Bären bei den Griechen, ein Nilpferd und ein Stierschenkel in Ägypten, Kanus und Angelhaken im Pazifik, ganze Kaiserhöfe in China. Viele dieser Bilder waren Werkzeuge: Sie zeigten, wann gesät, gefeiert oder in See gestochen wurde.

Die 88 Sternbilder, die heute weltweit gelten, legte die Internationale Astronomische Union erst 1922 fest – fast alle stammen aus der griechisch-römischen Überlieferung, viele Sternnamen dagegen aus dem Arabischen.

So geht’s

  • Ziehen dreht den Himmel, Mausrad oder zwei Finger zoomen, Doppelklick zoomt hinein.
  • Oben die zwölf Kulturen (am Handy hinter dem Knopf „Himmel“): Beim Umschalten bleibt der Blick auf denselben Sternen – die Figuren verwandeln sich, und der Himmel wandert zum Heimatort der Kultur.
  • Antippen einer Linie öffnet den Steckbrief des Sternbilds, ein heller Stern, der Mond oder ein Planet zeigt seine eigenen Namen. Unter „Dieselben Sterne“ springen Sie zum Bild einer anderen Kultur.
  • Suchen findet Sternbilder, Sterne und Planeten in allen zwölf Kulturen.
  • Mit Uhrzeit und Jahreszeit dreht sich der Himmel; „Mein Himmel heute Abend“ zeigt den Himmel über Ihrem Standort.
  • Damals neben dem Datum zeigt den Himmel im Jahr der Quelle – etwa Ägypten um 1290 v. Chr.
  • Teilen (oben) schickt genau diesen Himmel weiter: Kultur, Sternbild, Zeit und Ort. Vorführen (rechts unten) zeigt den Himmel im Vollbild ohne Tafeln – mit Rundgang durch die zwölf Kulturen.
  • Tastatur: Pfeiltasten drehen, + und − zoomen, / öffnet die Suche, Esc schließt.

am Himmel über dem Horizont, aber Tag untergegangen

Hauptfiguren sind die großen, gezeichneten Bilder mit Geschichte; die übrigen Sternbilder erscheinen als feine Linien mit Namen.

Zeitreise: Warum „Damals“ anders aussieht

Die Erdachse taumelt wie ein Kreisel einmal in rund 26 000 Jahren (Präzession). Darum verschiebt sich der ganze Himmel langsam: Um 2800 v. Chr. stand nicht der Polarstern, sondern Thuban im Drachen fast genau am Himmelspol, und von Athen aus sah man zur Zeit des Ptolemäus noch Teile des Kreuzes des Südens. Dazu wandern die Sterne selbst – Arktur etwa um rund zwei Grad in 3000 Jahren. Die Daten stehen im heutigen (gregorianischen) Kalender.

Kleines Glossar

Sternbild
Eine Gruppe von Sternen, die eine Kultur zu einem Bild verbunden hat. Was wir „Großer Wagen“ nennen, ist eigentlich nur ein Teil des Sternbilds Großer Bär.
Helligkeit (mag)
Astronomen messen Helligkeit in Größenklassen: Je kleiner die Zahl, desto heller. Sirius hat −1,4 mag, die schwächsten Sterne, die man in dunkler Nacht noch sieht, etwa 6 mag.
Plejaden und Hyaden
Zwei Sternhaufen im Stier. Die Plejaden (Siebengestirn) sind die kleine, helle Gruppe, die fast jede Kultur kannte; die Hyaden bilden das „V“ um den roten Aldebaran.
Mondhäuser
27 oder 28 Sterngruppen entlang der Mondbahn – jede Nacht „wohnt“ der Mond in einem anderen. Chinesen (xiu), Inder (nakshatra) und Araber (manāzil) teilten so den Himmel ein.
Wandelsterne
Die fünf Planeten, die man ohne Fernrohr sieht: Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn. Sie wandern durch die Sternbilder.
Frühaufgang
Der Morgen, an dem ein Stern nach Wochen der Unsichtbarkeit zum ersten Mal kurz vor der Sonne aufgeht. Sirius’ Frühaufgang kündigte in Ägypten die Nilflut an, der von Matariki das Māori-Neujahr.

Standort und Daten

„Mein Standort“ fragt Ihren Ort nur im Browser ab, um den Himmel darüber zu berechnen – er wird nicht übertragen oder gespeichert. Beim Teilen enthält der Link Ihren Ort nur auf etwa zehn Kilometer gerundet. Die Seite merkt sich für diese Sitzung, dass Sie das Intro gesehen haben (sessionStorage).

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Wie genau ist das?

Sterne, Sonne, Mond und Planeten werden für Ort und Zeit berechnet (auf Bruchteile eines Grades genau, mit der Präzession der Erdachse). Welche Sterne zu welchem Bild gehörten, ist bei alten Kulturen oft nur erschlossen – die Texte sagen, wo die Forschung unsicher ist. Die Figuren sind eigene Zeichnungen im Geist der jeweiligen Kultur, keine Kopien historischer Vorlagen. Die Horizonte zeigen die Wahrzeichen der Heimatorte in ihrer wirklichen Himmelsrichtung.

Quellen und Lizenzen

Sterndaten: HYG-Datenbank v4.1 (David Nash, astronexus), Lizenz CC BY-SA 4.0, auf Grundlage des Hipparcos-Katalogs der ESA. Sternbildlinien der Kulturen: Projekt Stellarium Sky Cultures und eigene Zusammenstellungen nach der Fachliteratur – die Datendateien stehen unter derselben Lizenz wie ihre Quelle (siehe unten). Texte und Figuren: CecoDesign.